Daseinsvorsorge – für ein liebens- und lebenswertes Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt ist ein Bundesland, in dem es sich zu leben lohnt. Ob in Magdeburg, in der Altmark, im Harz oder im Burgenlandkreis – alle Regionen haben ihre besondere Attraktivität, die wir mit Begeisterung ausbauen und über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen müssen!

Was die Menschen in den Regionen zusammenhält, sind starke Nachbarschaften und Gemeinwesen, die für ein eigenständiges und unabhängiges Leben und Wohnen altersunabhängig alles bieten.

Ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge ist es, Menschen in einer herausfordernden Lebenssituation wohnort- und zeitnah durch passgenaue Beratungsangebote zu unterstützen. Wie wichtig solche Angebote heute und in Zukunft sind, erklären die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle in Magdeburg und haben Tina aus Salzwedel und Carolin aus Prettin persönlich erfahren. Durch die Sucht- bzw. Schwangerschaftsberatung der AWO wurden sie auf ihrem persönlichen Weg unterstützt.

Schwangerschaftsberatung – Unterstützung auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt

„Meine Schwangerschaft war eigentlich ungeplant. Inzwischen freue ich mich aber auf das Kind! Die Schwangerschaftsberatung der AWO hier in meiner Nähe hat mich bei praktischen Dingen unterstützt, mir zugehört und viele Ängste genommen.“

Carolin, 21 Jahre aus Prettin.

Raus aus der Abhängigkeit – persönliche Hilfe durch Suchtberatung

„Ich habe Hilfe gesucht und in der Suchtberatung der AWO gefunden. Ich bin sehr zufrieden mit dem individuellen und breitgefächerten Angebot und habe hier feste Ansprechpartner, die für mich erreichbar sind.“

Tina, 38 Jahre aus Salzwedel.

Schuldnerberatung – Der Mensch hinter den Schulden

„Ich komme aus keinen behaglichen Elternhaus, was dazu führte, dass ich 1992 zum Jugendamt ging und nach einem Platz in einem Heim fragte. Dort ging es mir besser, ich machte eine Ausbildung und wurde mehr oder weniger auf das Leben vorbereitet. 1996 musste ich für ein Jahr zu Bundeswehr, wo meine Karriere mit Alkohol und Schulden begann.“

Klient der Schuldner- und Insolvenzberatung beim AWO Kreisverband Magdeburg e. V.

Video Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt – Praxis fragt Politik

Ein liebens- und lebenswertes Sachsen-Anhalt – auch hinsichtlich der Gesundheitsversorgung. Wir brauchen mehr (Fach)ärzt*innen und Pflegekräfte im ländlichen Raum, innovative Konzepte zur regionalen Versorgungsplanung und Lösungen für Infrastrukturprobleme! Im Rahmen unserer „Kampagne Schau hin. Pack an! Für soziale Gerechtigkeit“ haben wir mit Landespolitiker*innen darüber diskutiert, wie Versorgungslücken verhindert bzw. geschlossen werden können.

Schau hin.
Schlaglichter – die Versorgungssituation in Sachsen-Anhalt

In unserem Land leben aktuell rund 2,2 Millionen Menschen. Der Blick in die Zukunft zeigt: Wir werden weniger und älter. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist in keinem anderen Bundesland so hoch wie in Sachsen-Anhalt. Das schafft Herausforderungen, wie z. B. ausreichend Fachkräfte zu finden, die Menschen gut zu versorgen und lebendige Ortschaften zu erhalten.

In unseren Krankenhäusern haben wir einen Investitionsstau in Milliardenhöhe. Zugleich hat sich die Zahl der Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt zwischen 1991 und 2019 von 71 auf 47 Häuser verringert. Auch hinsichtlich der hausärztlichen Versorgung gibt es ein erhebliches Stadt-Land-Gefälle. Im Bundesmittel liegt der Versorgungsgrad bei rund 60 bis 70 Hausärzt*innen je 100.000 Einwohner*innen. Diesen Wert können viele ländliche Regionen Sachsen-Anhalts nicht vorweisen. Besonders dramatisch ist die Situation in der Altmark oder im Jerichower Land.

Die bundesweit seit Jahren zweithöchste Überschuldungsquote in Sachsen-Anhalt zeigt, wie wichtig es ist, dass fachlich sehr gut qualifizierte und auch digital gut ausgestattete Beratungseinrichtungen wie die Schuldnerberatungsstellen flächendeckend zur Verfügung stehen.

Versorgung sichern – das Engagement der AWO in Sachsen-Anhalt 

Insbesondere die spezialisierten psychiatrischen Häuser und Reha-Angebote der AWO sind eine tragende Säule bei der Versorgung von Patient*innen in Sachsen-Anhalt. Darüber hinaus steht die AWO den Menschen täglich mit ihren zahlreichen Sucht-, Schwangerschafts-, Familien- und Schuldnerberatungsstellen zur Seite.

AWO fragt – Landesparteien antworten

Im Juni haben Wahlen in Sachsen-Anhalt stattgefunden und im September wird bundesweit gewählt. Wir haben vorab die Standpunkte von Landesparteien zu ausgewählten Aspekten der Sozialpolitik erfragt.

Unsere Vision: Gute Versorgung in Stadt und Land

Damit Sachsen-Anhalt auch in Zukunft lebens- und liebenswert bleibt, müssen Lösungen für eine gute Versorgungslage gefunden und gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land erhalten beziehungsweise geschaffen werden.

Die Menschen in Sachsen-Anhalt erwarten:

  • für ihre gesundheitliche Versorgung eine barrierefreie, gut erreichbare erste Anlaufstelle, bei der ihnen geholfen wird (Krankenhaus, Haus- und Facharzt) sowie ein gut ausgebautes Rettungssystem.
  • gut erreichbare Beratungsangebote wie beispielsweise Schuldner-, Schwangerschafts-, Sucht- oder Familienberatung – auch im ländlichen Raum.
  • Verkehrsanbindungen, die es ermöglichen, diese qualifizierten und spezialisierten Angebote in Anspruch zu nehmen.
  • in allen Regionen des Landes Zugang zu Informationen über ein gut ausgebautes und stabiles Internet und Mobilfunknetz.

Wir wünschen uns, dass in wenigen Jahren jede*r in Sachsen-Anhalt über ihr/sein Leben in unserem Bundesland sagen kann:

  • In Sachsen-Anhalt gibt es ein bundesweit vorbildliches Steuerungskonzept, das mich als Patient*in optimal durch die Stufen Hausärzt*in, Fachärzt*in, vorstationär, teilstationär, vollstationär, Reha und ambulante Nachsorge lotst.
  • Ich fühle mich einfach wohl dort, wo ich lebe und muss mir keine Sorgen machen, ob ich auch im Alter weiterhin hier leben kann. Es gibt hier Menschen, die mir helfen und die sich um mich kümmern.
  • Legt mir das Leben Steine in den Weg, erhalte ich wohnort- und zeitnah Unterstützung durch passende Beratungsangebote und kann mit den Berater*innen auch vorab auf digitalem Weg Kontakt aufnehmen und erste Fragen (anonym) klären.
  • Ich mag das Leben auf dem Land, weil ich weiß, dass ich auch hier alles bekomme, was ich täglich brauche.
  • Weil ich abgelegen wohne, nutze ich eine Gesundheits-App, die bei kritischen Vitalwerten rechtzeitig Alarm auslöst. Ich kann die App auch zur Kontrolle meiner medikamentösen Versorgung nutzen.
  • Auch, wenn ich mal professionelle Hilfe brauche, weiß ich, an wen ich mich wenden kann. Wenn ich kann, engagiere ich mich auch gerne für andere. Ehrenamt finde ich Klasse! Ich kann mich einbringen und werde dabei unterstützt.

„Wo ich gut versorgt werde, fühle ich mich aufgehoben und wohl.“ – Das muss das Ziel der Gestaltung eines l(i)ebenswerten Sachsen-Anhalts sein.

Pack an!
Wir fordern: Strategien zur Stärkung der Regionen und für gute Gesundheit 2030

Wir als AWO in Sachsen-Anhalt werden uns auch in Zukunft aktiv an der Versorgung der Sachsen-Anhalter*innen beteiligen. Von der Politik fordern wir zugleich die Weichenstellung für folgende Ansätze:

Stärkung der Regionen, durch Mobilitäts- und Digitalisierungskonzepte sowie durch passgenaue, nachhaltige und ganzheitliche Quartiers- und Infrastrukturkonzepte, die mit vernetzten sozialen Hilfen ein selbstbestimmtes Leben für alle ermöglichen.

Umsetzung einer Strategie zur Gesundheitsversorgung 2030, mit den Zielen:

  • Sicherstellung einer leistungsstarken und bedarfsorientierten Krankenhauslandschaft, die verlässlich die Teilhabe aller an modernster medizinischer Versorgung sichert.
  • Abbau der in Kliniken entstandenen Investitionslücken durch entsprechende Bereitstellung von Geldern.
  • Sicherstellung einer flächendeckenden und wohnortnahen ärztlichen Versorgung und von Angeboten zur Rehabilitation.
  • Erprobung von innovativen Modellprojekten im ländlichen Raum wie z. B. regionale Versorgungsplanung, Weiterbildungs- und Kooperationsverbünde, vernetzte Maßnahmen zur Ansiedlung von Ärzt*innen und Fachkräftenachwuchs oder Maßnahmenpakete zur sozialen Begleitung der Ansiedlung ausländischer Fachkräfte.

Zur ausführlichen AWO-Position zum Thema Daseinsvorsorge